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FIV/FIP

Infothek

Die Feline Infektiöse Peritonitis ist nach wie vor eine schwere, unheilbare Erkrankung.

Coronavirus
Ausgeloest wird die FIP durch das feline Coronavirus ( FCoV Typ1, FCoV Typ2 ), das im Darm beheimatet ist und dort lediglich eine milde verlaufende Darmentzuendung hervorruft.

Mutation
Erst durch -zu 50% - stressbedingte Mutation dieses Virus kann die FIP ausbrechen. Das mutierte Virus selbst ist nicht ansteckend - so gesehen ist die FIP keine Infektionskrankheit.

FIP - Test
Eine voellig falsch gewaehlte Bezeichnung: Coronavirus - Test sollte es richtigerweise heissen. Denn Coronavirus - positiv bedeutet noch lange nicht FIP - positiv. Der gebraeuchliche "FIP - Test" weist lediglich vorhandene Antikoerper nach, nicht aber das Virus selbst.
Dies bedeutet ,dass die Katze mal diesem Darmvirus ausgesetzt war - mehr nicht. Für ca. 95% aller Katzenbabies ist die Sache damit abgetan.
In einer Feldstudie waren 65 von 100 Katzen Coronavirus - positiv!!

Coronavirus - positiv
Eine Coronavirus - positive Katze kann als gesunde Katze angesehen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Katze an FIP erkrankt, liegt im ersten Jahr bei 5% - 12% - und diese Wahrscheinlichkeit sinkt jaehrlich.

Stress
In einer stressfreien Umgebung wird das Coronavirus nicht mutieren - also keine FIP - Erkrankung auftreten. Laboruntersuchungen bestaetigen, dass Coronavirus - pos. Katzen in stressfreier Haltung nach geraumer Zeit im Bluttest negativ waren.

Ausscheider
Coronavirus - positiv bedeutet nicht, dass diese Katze auch dieses Virus ausscheidet - also andere damit anstecken kann. Durch dreimalige Kotuntersuchung - jeweils eine Probe pro Woche - kann mittels CoronavirusPCR ein Ausscheider ermittelt werden.

Fazit
Stressfreiheit und ein funktionierendes Immunsystem sind der beste Schutz - nicht nur vor dem Coronavirus!!

Info


Tieraerztin – Tierheim                                                                                  
Adolf-Kolping-Str. 25
67433 Neustadt/Wstr.


Was bedeutet FIP?

Die FIP (Feline infektiöse Peritonitis = ansteckende Bauchwassersucht
der Katzen) ist eine Katzenkrankheit, die durch sogenannte Coronaviren
ausgeloest wird und letztendlich fast immer zum Tode der betroffenen Katzen fuehrt.

Eine wirksame Behandlung der Krankheit ist bis heute unbekannt. Hauptsaechlich von
der Erkrankung betroffen sind Jungtiere im Alter zwischen 6 Monaten und 2 Jahren,
sowie alte Tiere im Alter über 12 Jahren. Zwei Drittel der erkrankten Katzen sind Freigaenger.

Die klinischen Symptome sind aeußert vielgestaltig und wenig typisch. Haeufig treten
langanhaltende Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, Abmagerung, seltener Fieberschuebe,
Durchfall und Erbrechen, Stoerungen des Nervensystems und Atembeschwerden auf.
Nur noch relativ selten werden Bauchwassersucht (Trommelbauch), Gelbsucht und Augenveraenderungen
oder sonstige Stoerungen beobachtet.
Alle diese Erscheinungen koennen jedoch auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten.
Oft aeußert sich eine FIP sogar nur als erhöhte Anfälligkeit gegenueber anderen Infektionskrankheiten.


Wie kommt es zu einer Ansteckung?

Von der Krankheit FIP ist die Infektion mit den oben genannten Coronaviren zu unterscheiden.
Sie ist unter Katzen weit verbreitet: Bis zu 40% aller Katzen sind infiziert, es erkranken
aber nur 1%. Alle anderen Katzen tragen das Virus nur über einen gewissen Zeitraum oder aber
lebenslaenglich in sich und koennen damit andere Katzen anstecken, sofern sie es über Kot, Urin,
Speichel, Traenen- oder Nasenfluessigkeit ausscheiden. Dies kann, muss aber nicht der Fall sein.
In groeßeren Bestaenden und Zuchten sind die Verhaeltnisse etwas unguenstiger: Bis zu 90% der Tiere sind
infiziert, es erkranken 5 bis 12%. Dies haengt mit der Art der Ausbreitung der Infektion und dem
Zustandekommen der Krankheit zusammen: Die Ansteckung erfolgt über die Mund- und Nasenschleimhaut.
Wo viele verschiedene Katzen zusammenkommen sammeln sich auch entsprechend viele Virusausscheider an.
Wenn mehrere Katzen zusammen die selben Futterschuesseln und Toiletten benutzen, erhoeht sich das Risiko
der Virusuebertragung von infizierten auf nicht infizierte Tiere, da die Viren nicht nur direkt von Tier
zu Tier, sondern auch über Geräte, Einstreu und Kleidung übertragen werden können.


Wie kommt es zur Krankheit?

Zwischen dem Zeitpunkt der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit können Tage, aber auch Jahre liegen.
Zur Entstehung einer Krankheit kommt es nur, wenn die Viren die Schleimhäute durchdringen, in die Blutbahn
gelangen und sich in bestimmten Blutzellen vermehren. Dies hängt nicht nur vom Vorhandensein der Viren,
sondern auch von den Lebensumstaenden des Tieres, Stress, anderen Infektionen (z. B. Leukose), dem Alter und
der Rasse des Tieres und seinen Abwehrkraeften ab. Auch haben nicht alle Coronaviren die gleiche krankmachende
Wirkung. Neben solchen, die fast bei allen befallenen Tieren eine FIP auslösen, gibt es solche, die relativ
"harmlos" sind und nur unter sehr ungünstigen Umstaenden eine Krankheit hervorrufen koennen. Diese koennen jedoch
in keiner Untersuchung voneinander unterschieden werden.
Zur eigentlichen Krankheit kommt es erst durch eine "falsche" Abwehrreaktion des Koerpers. Durch die gebildeten
Abwehrstoffe (Antikoerper) entstehen ueberall im Blutgefaesssystem kleine Entzündungsherde – so koennen im Prinzip
alle inneren Organe befallen und mehr oder weniger stark zerstört werden. Oft kommt es zu Blutarmut, Gelbsucht,
Leber-, Nieren-, Gehirn- und Augenentzündungen und zu Fluessigkeitsansammlungen in der Brust- und Bauchhoehle.


Wie kann die Infektion festgestellt werden?

Wegen der Vielgestaltigkeit der Symptome ist die Diagnose einer FIP-Erkrankung sehr schwierig. Seit einigen
Jahren gibt es einen Bluttest, der Antikoerper gegen Coronaviren im Blut nachweisen kann. Die Aussage dieses
Tests muss aber sehr vorsichtig interpretiert werden.


Was bedeutet ein positives Testergebnis?

Ein positives Testergebnis bedeutet, dass eine Abwehrreaktion auf Coronaviren stattgefunden hat. Es sagt
nichts darueber aus, ob eine einzelne Katze an FIP erkrankt ist oder jemals daran erkranken wird oder ob
sie andere Katzen anstecken kann. Bei einer Katze mit verdaechtigen Symptomen muessen neben dem Coronavirustest
immer zusaetzlich verschiedene Laboruntersuchungen durchgefuehrt werden, um die Diagnose "FIP" stellen zu koennen.
Die sicherste Nachweismethode ist die Untersuchung einer Gewebeprobe eines erkrankten Organs.
Dies kann oft erst nach dem Tod eines Tieres durchgefuehrt werden.


Was bedeutet Triter?

Beim Test wird meist auch die Menge der gebildeten Abwehrstoffe (Antikoerper), der sogenannte Titer, bestimmt.
Er entspricht einer bestimmten Verduennung des Blutes, bei der die Antikoerper gerade noch nachweisbar sind.
Gaengige Verduennungen sind 1:25, 1:100, 1:400, 1:800 und 1:1600. Die Hoehe des Titers steht aber nicht in
direktem Zusammenhang mit dem Krankheitsrisiko, denn ein Viertel bis die Haelfte aller nachgewiesenermaßen an
FIP erkrankten Katzen haben einen niedrigen Titer von 1:100 oder weniger. Andererseits koennen Katzen mit
Titern von 1:1600 gesund sein und bleiben.


Was bedeutet ein negatives Testergebnis?

Ein negatives Testergebnis bedeutet, dass zum Zeitpunkt des Tests keine Abwehrreaktion auf Coronaviren
nachweisbar ist. Es bedeutet aber nicht, dass keine Infektion vorhanden ist, denn sogar bei 11% der
nachgewiesenermaßen an FIP erkrankten Katzen fällt der Test negativ aus, weil vom Zeitpunkt der Infektion
bis zur Bildung von nachweisbaren Antikoerpern 3-8 Wochen vergehen können. Zudem bilden manche Katzen generell
nur wenige nachweisbare Antikoerper, koennen aber Viren ausscheiden. Jungkatzen beginnen frühestens im Alter
von 5 – 6 Wochen mit der Bildung von Antikoerpern; erst in der 10. – 14. Lebenswoche ist ihr Abwehrsystem genuegend
ausgereift, um verwertbare Testergebnisse zu erhalten.
Zusaetzlich muss beruecksichtigt werden, das es verschiedene Testverfahren gibt, deren Verlaesslichkeit
(d.h. Uebereinstimmung des Ergebnisses mit dem tatsaechlichen Infektionsstatus) unterschiedlich gut ist.


Was verlaeuft die Infektion?

Langzeitstudien haben gezeigt, dass die Erkrankung, wenn ueberhaupt, meist innerhalb der ersten 6 bis 18 Monate
nach der Infektion ausbricht; nach ein bis eineinhalb Jahren sind 40% der bis dahin nicht erkrankten, im ersten
Test positiven Tieren bei einem weiteren Test wieder negativ, d.h. sie haben die Infektion aus eigener Kraft
ueberwunden. Die restlichen 60% bleiben weiter positiv, erkranken aber meist nicht mehr, bzw. erst im hohen Alter.


Welche Katzen sollten getestet werden?

Aufgrund der oben angefuehrten Unsicherheiten bei der Deutung von Coronavirus-Testergebnissen und der hohen
Infektions- aber geringen Erkrankungsrate wird von Experten davon abgeraten, Katzen ohne FIP-verdaechtige
Krankheitssymptome einem Test zu unterziehen, außer wenn es darum geht, in einer Katzenzucht infektionsfreie
Zuchttiere zu ermitteln.
Schließlich kann auch bei bekannter Infektion kaum Schutz vor einer Erkrankung eines Tieres angeboten werden.
Grossere Katzenbestaende, bei denen immer wieder neue, ungeimpfte Tiere hinzukommen (z. b. Tierheime), koennen
ohnehin z.zt. niemals Coronavirus-frei werden und kaum ein solcher Bestand wird praktisch dafür eingerichtet sein,
Tiere eineinhalb Jahre lang in strenger Isolierhaltung zu halten. Dagegen muss es als tieraerztlicher Kunstfehler
angesehen werden, ein Tier ohne Krankheitsanzeichen wegen eines positiven Testergebnisses einzuschläfern.
Außerdem koennen diese beiden Alternativen kaum im Sinne des Tierschutzes sein, besonders wenn man bedenkt,
dass es sich um bis zu 90% aller ankommenden Tiere drehen kann.


Wie kann ich meine Katzen vor FIP schuetzen?

Es bleibt also vorerst bei der unbefriedigenden Erkenntnis, dass man den Coronaviren mehr oder weniger schutzlos
ausgeliefert ist. Ganz gleich, woher man als Katzenhalter eine Katze bekommt: es besteht die Möglichkeit einer
bereits bestehenden Infektion, selbst bei Katzen aus kontrollierten Zuchten besteht ein "Restrisiko".
Die einzige Moeglichkeit, Coronavirus-Infektionen und damit die Moeglichkeit von FIP-Erkankungen wirksam zu bekaempfen,
besteht in der Impfung moeglichst vieler Tiere. Damit kann nicht nur das Einzeltier geschuetzt werden, sondern es kommt
unter allen Katzen mit der Zeit zu einer Verminderung der Virusverbreitung. Vielleicht kann damit eines Tages die FIP
ebenso zurueckgedraengt werden, wie es inzwischen mit der Katzenseuche geschehen ist.
Seit wenigen Jahren gibt es einen FIP-Impfstoff, der in die Nase getropft wird und so die oberen Schleimhaeute

"undurchdringbar" für das Virus macht. Das Impfvirus kann sich nicht im Körper vermehren und der keine Krankheit

hervorrufen. Die Wirksamkeit des Impfstoffs liegt bei etwa 80%, d.h. von 100 geimpften Tieren können 80 nicht mehr
angesteckt werden. Bei den uebrigen 20% handelt es sich moeglicherweise um bereits infizierte Katzen.


Wann sollte man impfen?

Die Impfung ist ab der 16. Lebenswoche wirksam. Sie wird zweimal im Abstand von 3 – 4 Wochen durchgefuehrt und
jaehrlich wiederholt. Ein Test ist vorher nicht erforderlich, da, im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten,
die Impfung bereits infizierter, gesunder Tiere keine nachteiligen Folgen hat.
Leider werden aufgrund der vergleichsweise hohen Kosten der Impfung und der relativ hohen "Versagerquote"
immer noch nur sehr wenige Katzen geimpft, obwohl, wie oben ausgefuehrt, hierin eine Moeglichkeit besteht,
langfristig die Verbreitung der Coronaviren zu vermindern und sie vielleicht sogar auszurotten,
und zudem die einzige Moeglichkeit, das eigene Tier immerhin mit einer Wahrscheinlichkeit von 80%
vor einer Ansteckung zu schützen.

Tierärztin – Tierheim
Adolf-Kolping-Str. 25
67433 Neustadt/Wstr.

Text und Studie von    
http://www.neustadter-tierheim.de/FAQ.php?section=s&nam=fip

 
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